Deutscher Bundestag: Opposition fordert mehr Frauen in Führungspositionen im Wissenschaftsbetrieb

Berlin: (hib/ROL) Frauen sind in Wissenschaft und Forschung vor allem in Leitungsfunktionen nach wie vor deutlich unterrepräsentiert. Zwar lassen sich in den letzten Jahren einige Fortschritte feststellen, doch ist die Entwicklungsdynamik zu langsam und die Ergebnisse sind unbefriedigend, finden die Oppositionsfraktionen aus SPD, der Linken und den Grünen. In ihrem Antrag „Frauen in Wissenschaft und Forschung – Mehr Verbindlichkeit für Geschlechtergerechtigkeit (17/9978) fordern sie, Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen verbindlich zu verpflichten, Zielquoten zu bestimmen. Die Nichterfüllung soll Konsequenzen in der regulären Mittelvergabe haben.

Während der Frauenanteil 2009 beim Bachelor noch bei 51,7 Prozent lag, waren bei C4- und W3-Positionen Frauen nur noch mit 13,6 Prozent vertreten. Dies sind die Befunde der im November 2011 vorgelegten Antwort der Bundesregierung auf die Große Anfrage der drei Oppositionsfraktionen mit dem Titel „Geschlechtergerechtigkeit in Wissenschaft und Forschung“ (Drucksache 17/7756), berichten die Fraktionen.

In ihrem aktuellen Antrag fordern SPD, Grüne und Linke die Bundesregierung auf, gemeinsam mit den Ländern in der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) den im November 2011 in der GWK gefassten Beschluss, Zielquoten nach dem Kaskadenmodell in den Forschungsorganisationen einzuführen, weiter zu entwickeln und verbindlich auszugestalten. Die Anlehnung an das Kaskadenmodell bedeutet, dass der Frauenanteil auf einer Qualifikationsstufe mindestens so hoch sein muss, wie der Anteil auf der jeweils niedrigeren Stufe. Zudem schlagen sie vor, ab 2013 die Vergabe eines Teils der Mittel des Pakts für Forschung und Innovationen an die Erfüllung quantifizierter gleichstellungspolitischer Ziele zu binden. Ferner sollen, institutionelle und projektgebundene Forschungsförderung an gleichstellungspolitische Verpflichtungen geknüpft werden.

Ohne einen strategischen Ansatz der Politik, der auf mehr Verbindlichkeit und Ergebnisverantwortung setzt, werde es aber – aller Gleichstellungsrhetorik zum Trotz – nicht gelingen, nachhaltige Veränderung der Strukturen im notwendigen Maße zu erreichen. Da von 2010 bis 2019 voraussichtlich 11.653 (29,3 Prozent) Professorinnen und Professoren im Alter von 65 Jahren ausscheiden werden, müsse diese Zeitspanne unbedingt genutzt werden, um den Anteil von Frauen an den Professuren nachhaltig zu steigern.

Quelle: http://www.bundestag.de

Posted on April 17, 2014 at 9:17 am by Carola · Permalink
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