Die Erstellung eines Mietspiegels

Die Erstellung eines Mietspiegels obliegt den Gemeinden gemeinsam mit Vertretern der Mieter- und Vermieterseite. Dazu gehören:

Gemeinde und Verbände müssen sich auf Sachverständige oder Gutachterausschüsse einigen und diese gemeinsam mit der Erstellung des Mietspiegels beauftragen. Das gilt insbesondere dann, wenn ein ortsfremder Ausschuss oder Sachverständiger hinzugezogen wird. Ferner muss ein Datenschutzbeauftragter oder eine Aufsichtsbehörde für Datenschutz hinzugezogen werden.

Die Datenerhebung zur Mietspiegelerstellung

Die Methoden zur Datenerhebung bei der Erstellung eines Mietspiegels hängen von mehreren Kriterien ab:

Bei der Beschaffung der notwendigen Daten kann auf bereits vorhandene Auswertungen zurückgegriffen werden. Alternativ können neue Daten erhoben werden.

Beim einfachen Mietspiegel gibt es keine rechtliche Vorschrift, wie die Angaben erstellt werden müssen. Daher werden häufig bestehende Datenquellen ausgewertet.

Bei einem qualifizierten Mietspiegel ist dies nicht zulässig. Dieser soll ein repräsentatives Bild des Wohnungsmarktes wiedergeben. Hierzu werden Mieter und Vermieter in schriftlicher oder telefonischer Form befragt. Auch Hausbesuche sind möglich. Es handelt sich bei diesen Befragungen um eigenständige Primärerhebungen; die Daten müssen allein zum Zweck der Mietspiegelerstellung erhoben werden. Die Befragungen sollen Zufallsstichproben sein – und jede geeignete Wohnung kann theoretisch betroffen ein. Die Adressen von Stichprobenwohnungen finden sich in Haushalts- oder Gebäudedateien einer Gemeinde. Aus diesen Dateien werden elektronisch die Wohnungen herausgefiltert, die den geforderten Anforderungen nicht entsprechen. Der Gesamtbestand geeigneter Wohnungen ergibt dann die so genannte Bruttostichprobe.

Während der Befragungen können sich Ausfälle ergeben, zum Beispiel durch

Ist die Bruttostichprobe um diese Ausfälle bereinigt, ergibt sich die endgültige Ergebnisstichprobe der mietspiegelrelevanten Wohnungen. Diese Datensammlung muss eine repräsentative Anzahl von Fragebögen und Interviews aufweisen, um ein reales Bild der Wohn- und Mietensituation einer Gemeinde zu zeigen und somit auch als Mietspiegel anerkannt zu werden. Die Anzahl der geforderten Fragebögen und Interviews hängt ab

Ein qualifizierter Mietspiegel muss alle zwei Jahre aktualisiert und alle vier Jahre neu erstellt werden. Gleichzeitig müssen ihn die Gremien, die an seiner Erstellung mitgewirkt haben, anerkennen. Zur Gültigkeit ist es des Weiteren erforderlich, dass bei einer Veröffentlichung neben allen Mitwirkenden

genannt werden. In der Regel werden Mietspiegel von der Gemeinde veröffentlicht. Dort können sie auch eingesehen und meist gegen eine Gebühr erworben werden. Viele Gemeinden nutzen ihre Internetseiten zur Veröffentlichung des Mietspiegels oder bieten einen Download an.

Welche Wohnungen dürfen in einen Mietspiegel einfließen?

Wohnungen, deren Daten in die Erstellung eines Mietspiegels einfließen sollen, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Diese sind:

Folgende Wohnungen fließen nicht in die Datenerfassung für den Mietspiegel ein:

Darüber hinaus gibt es Wohnraum, dessen Einbeziehung in den Mietspiegel der Entscheidung der erstellenden Gremien obliegt. Hierbei spielen die örtlichen Gegebenheiten eine Rolle. Hat eine Gemeinde zum Beispiel besonders viele Werks- oder Dienstwohnungen, so können diese ebenfalls in den Mietspiegel einfließen. Gleiches gilt für Wohnhäuser mit weniger als drei Wohnungen, Wohnungen mit Gemeinschaftsküchen und Gemeinschaftsädern für alle Mieter sowie teilweise untervermietete Wohnungen.

Artikel-Quelle: 

http://www.immobild.de/die-erstellung-eines-mietspiegels/4282/

Posted on April 15, 2014 at 12:59 pm by Carola · Permalink
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