Wird Wohnen unerschwinglich? – So dramatisch steigen die Mieten in Deutschland

Am deutschen Wohnungsmarkt ist keine Entspannung in Sicht: 2011 sind die Mieten erneut drastisch gestiegen. Was das für Mieter bedeutet – und was der Staat dagegen tun könnte.
Als Peter Ramsauer (CSU) in dieser Woche im ZDF-Morgenmagazin auftritt, spricht aus ihm die ganze Hilflosigkeit eines Politikers, der weiß, dass er nicht viel ausrichten kann. Ramsauer, der Bundesbauminister, stellt seinen Bericht zur Lage am Wohnungsmarkt vor. Und der verheißt nichts Gutes: Um bis zu 10,4 Prozent sind die Mieten in Deutschland im vergangenen Jahr gestiegen. Vielerorts – besonders in den Großstädten – wird Wohnen langsam aber sicher zum Luxus. Familien und einkommensschwachen Mietern bleibt oft nur noch die Flucht ins Umland.

Ramsauer kann das natürlich nicht gefallen. Und so ringt er sich im ZDF-Fernsehstudio eine Erklärung ab, die wohl Tatkraft signalisieren soll: Der Bund, sagt der Minister, stelle den Ländern jedes Jahr 518 Millionen Euro für den sozialen Wohnungsbau zur Verfügung. „Es könnten auch mehr sein. Darüber sprechen wir gerade.“ Schon im nächsten Satz bremste Ramsauer aber die Erwartungen. Der Bundesfinanzminister habe da natürlich noch ein Wörtchen mitzureden.

Kampf gegen Windmühlen

Doch selbst wenn die Regierung mehr Geld in den sozialen Wohnungsbau stecken sollte: Den rasanten Anstieg der Mieten wird sie damit nicht stoppen. Die Nachfrage in den Ballungsgebieten ist zu hoch, der Wohnungsbau kommt nicht hinterher. Ganz abgesehen davon, dass den Städten vielerorts die Flächen für neue Wohngebiete ausgehen.

 
Ramsauers Ministerium verpackt die Entwicklung in nüchterne Bürokratensprache. Es sei „gegenwärtig in einer zunehmenden Zahl von Städten und Regionen eine neue Dynamik auf den Wohnungsmärkten festzustellen“ heißt es in dem Wohn- und Immobilienwirtschaftsbericht 2011. „Deutsche und internationale Anleger investieren in der anhaltenden Krise auf den internationalen Finanzmärkten verstärkt in Immobilien als Kapitalanlage.“ Auch für Selbstnutzer sei Wohneigentum in den letzten Jahren aufgrund steigender Einkommen und historisch niedriger Zinsen erschwinglicher geworden. Gleichzeitig habe das Wohnungsangebot „allenfalls geringfügig zugenommen“. Die Folge: Mieten und Häuserpreise explodieren.

Es wird eng

Der Druck auf die Mieter steigt nicht nur wegen der höheren Mieten: Auch die Nebenkosten schlagen immer mehr zu Buche. Laut dem Immobilienbericht des Bauministeriums haben zwischen 2001 und 2011 „die Preise für Haushaltsenergie (inkl. Strom) deutlich zugenommen. Die jährliche Steigerung betrug 4,9 Prozent.“

Für die privaten Haushalte sind die Ausgaben fürs Wohnen mittlerweile der größte Ausgabeposten. 2011 gaben die privaten Haushalte knapp ein Viertel ihres Budgets für das Wohnen aus, berichtet der Bauminister. Das sind insgesamt rund 338 Milliarden Euro. Diese gewaltige Summe dürfte in den kommenden Jahren noch größer werden.

Dringender Handlungsbedarf

Angesichts der Engpässe auf dem Wohnungsmarkt fordert der Mieterbund jetzt konkrete Lösungsvorschläge von der Bundesregierung. Die spreche in ihrem Immobilienbericht erstmals von „lange nicht mehr bekannten Wohnungsengpässen, drastisch steigenden Mieten, Wohnkostenbelastungen auf Rekordniveau für Mieter und drei Millionen fehlenden altengerechten Wohnungen“, erklärte Lukas Siebenkotten vom Deutschen Mieterbund. Unternommen habe sie bisher jedoch nichts.

Stattdessen habe die Bundesregierung 2011 das Wohngeld für die einkommensschwächsten Haushalte gekürzt, kritisierte Siebenkotten. Der Mieterbund verlangt neue Regelungen für Mieterhöhungen, vor allem nach einer energetischen Gebäudesanierung und zur Begrenzung von Neuvertragsmieten. Für Bauminister Ramsauer bleibt also noch viel zu tun.

 

In dem Bericht ist es besonders gut dargestellt, wie sich die Immobilienpreise in der BRD, vorrangig in den Großstädten heraus kristallisiert haben. Es wird trefflich erklärt, aus welchem Grund die Politik die Konstellation in keinster Weise so fix wird verändern können. In der Branche muss man zahlreiche Jahre im Voraus denken. Selbst, falls es schwerer wurde, in Berlin kann Ihnen beim eigentumswohnung kaufen Berlin eine gute Makleragentur helfen. 

Artikel-Quelle: www.focus.de/immobilien/mieten/wird-wohnen-unerschwinglich-so-dramatisch-steigen-die-mieten-in-deutschland_aid_841422.html

 

Posted on April 19, 2014 at 12:20 am by Carola · Permalink
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